Veröffentlicht am 26.10.2018

Mieten steigen auch in Randregionen

Der Immobilienverband IVD hat mit seiner jüngsten Einschätzung die Hoffnung vieler Wohnungssuchender auf günstigen Wohnraum in Großstadtnähe gedämpft.

Laut einer Mitteilung von IVD-Präsident Michael Schick sind die Mieten in Randgebieten von Ballungsräumen und Großstädten in den vergangenen Monaten teils stärker gestiegen als in den Großstädten selbst. Die Vermieter in kleineren Kommunen der sogenannten "Speckgürtel" von ca. 10.000 bis 20.000 Einwohnern nahmen demnach etwa zehn Prozent mehr ein als im Vorjahreszeitraum, was einem Wert von 5,69 EUR pro Quadratmeter entspricht. In größeren Städten von 20.000 bis 50.000 Einwohnern käme gemäß der Einschätzung des IVD immer noch ein Plus von etwa 7,1 Prozent zustande, was den Quadratmeterpreis dort im Durchschnitt auf 6,27 anhob. Dagegen hätten die Mieten in den Großstädten nur um etwa 4,3 Prozent auf durchschnittlich 10,50 EUR angezogen.

Schick bezeichnete das im wesentlichen als "Nachholeffekte". Ein Grund dafür sei die Tatsache, dass viele Menschen ins Umland der Großstädte gezogen seien, um dort günstiger wohnen zu können.

Das Mietpreiswachstum läge aber generell auf ungefähr dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Dabei, so Schick, würden die Mieten in den Großstädten letztlich im gleichen Tempo steigen wie in Gesamtdeutschland.

Der Mietpreisanstieg in der Fläche des Landes für Bestandswohnungen mit mittlerem Wohnwert liegt laut IVD über dem Vorjahresniveau. Bei Neuvertragsmieten für Bestandsimmobilien seien die Mieten mit einem Plus von 2,9 Prozent dagegen etwas geringer gestiegen als im Vorjahr.

Kleinstädte mit weniger als 50.000 Einwohnern verzeichneten im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ein teils sehr deutliches Mietpreiswachstum.

Der Verband beobachtete auch, dass die Mieten für teurere Wohnungen, also solche mit guter Lage und gehobener Ausstattung, deutlich langsamer gestiegen seien, als für Objekte im mittleren Preissegment.

Insgesamt komme der Wohnungsbau in Deutschland der steigenden Nachfrage nach wie vor nicht hinterher. Immer noch werde zu wenig gebaut und auf den erhöhten Bedarf reagiert.

Unter den Großstädten liegt das Niveau der Mieten laut IVD in München mit 16,40 EUR/qm am höchsten, gefolgt von Frankfurt (13,60 EUR) und Hamburg (13,00 EUR). Berlin liegt nach diesem Ranking mit 10,50 EUR/qm nur auf Platz 7. Dies, so Schick, werde sich in den nächsten Jahren wohl bald ändern.

jp

Quelle: IVD.net


Themen:
Mietpreise, IVD


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